Чехия
Tschechien
Unser Nachbar Tschechien, so die gängige Kurzform für die tschechische Republik, schließt sich weiter an Österreich, Polen und die Slowakei an. Die Hauptstadt des 10-Millionen-Einwohner-Landes ist Prag und Amtssprache der parlamentarischen Republik ist Tschechisch, wobei historisch bedingt auch Slowakisch teilweise erlaubt ist. Die Geschichte bis zum heutigen Tschechien ist verworren und führt über das Heilige Römische Reich, die Habsburger und die Tschechoslowakei. Erst 1993 entstand das heutige Tschechien durch Teilung der ehemaligen Tschechoslowakei. Tschechien besteht aus Beckenlandschaften, die durch die umgebenden Berge unterteilt werden, die ein gemäßigtes Klima bieten. Böhmerwald, Erzgebirge, Keilberg und Wiener Becken sind nur allzu geläufige Bezeichnungen, auch andere Namen klingen vertraut: Prag, Brünn, Ostrau, Pilsen, Reichenberg, Olmütz und Reichenberg an der Elbe sind einige der großen und wichtigen Städte in Tschechien. Die Einwohner Tschechiens sind zu über 90 % waschechte Tschechen, nur rund 6 % sind Gruppen aus überwiegend angrenzenden Ländern, gut 3,5 % Mähren sind historisch eine eigene Volksgruppe innerhalb Tschechiens. In der jüngeren Vergangenheit steigt der Anteil an Ausländern spürbar an.
Tschechien startet durch
Seit 1990 werden Autobahnen konsequent ausgebaut, dennoch verzögern sich die Bauarbeiten immer wieder. Von den derzeit geplanten 2.100 km Autobahn existieren bis jetzt rund 1.300 km, die sich sternförmig auf Prag konzentrieren. An Straßen sind 55.000 km vorhanden, über die die gesamte Republik erreicht wird.
Wichtige Flughäfen in Tschechien sind Prag, Brünn, Ostrava und Karlsbad. Die regionalen Hauptstädte Tschechiens können über kleinere Sportflughäfen erreicht werden. Der traditionsreiche Schienenverkehr hat auf gleicher Höhe mit der Schweiz das dichteste Streckennetz der Welt nach Monaco und dem Vatikanstaat. Viele Strecken werden als Transitstrecken benötigt. Bei über 9.600 km Schienen, die teilweise halbstündlich befahren werden, erübrigt sich die Frage nach Erreichbarkeiten. Die Strecken werden ständig weiter ausgebaut.
Der Busverkehr hat einen hohen Stellenwert in Tschechien, fällt aber vor allem an Wochenenden hinter den Schienenverkehr zurück, während er unter der Woche besonders innerhalb der kleineren Städte das Verkehrsmittel der Wahl ist. Schiffe verkehren in Tschechien eher wenig, obwohl über Moldau und Elbe der Anschluss an internationale Seehäfen gegeben ist.
Wie die Geschichte erfuhr auch die Wirtschaft eine Berg- und Talfahrt sondergleichen. Die immer stabiler und teurer werdende Währung zeugt davon, dass das Dienstleistungsland Tschechien seit Jahren auf dem Vormarsch ist. In Tschechien werden Industrieanlagen für die hoch entwickelten Staaten der Welt produziert, diverse Industrien erweitern den Handlungsbereich des Landes.
In der Landwirtschaft kann man einen sehr weiten Bereich nennen, der bedient wird, neben vielen Pflanzen sind Rinder, Schweine, Jagd und Fischzucht von Bedeutung. Die Bodenschätze Tschechiens sind Kaolin, die sogenannte Porzellanerde, Ton, Grafit, Braunkohle, Kalkstein, Quarzsand und Uran.
Tschechiens erneuerbare Energien
Erneuerbare Energie Nummer 1 in Tschechien ist derzeit mit über 50 % Anteil an der Stromproduktion durch erneuerbare Energien das Wasser. Ein Drittel Biomasse, ein Zehntel Biogas und gut 6 Prozent Windenergie klingen vielversprechend. Leider stehen auch andere Zahlen dabei: Die Hälfte des Gesamtstrombedarfs wird gedeckt von Braunkohle, ein Drittel aus Atomkraft und ein paar anderen Quellen. Erneuerbare Energien sind zu weniger als zehn Prozent vertreten. Dennoch muss man den Tschechen ein Lob aussprechen, denn obwohl der Solar-Boom zu Ende ist, bleibt es ein Zukunftsmarkt. Durch die erst spät eingestellten staatlichen Förderungen und einem Desinteresse am Umweltschutz bis noch vor 15 Jahren waren erneuerbare Energien uninteressant. Seit 2005 sorgen Gesetze dafür, dass erneuerbare Energien auch in Tschechien interessant werden. Als Förderung werden Einspeisevergütungen und ein Bonussystem eingesetzt, die Höhen werden jährlich neu festgesetzt. Weil die Förderpolitik für erneuerbare Energien noch nicht die Qualität anderer Länder erreicht hat, wurden immer mehr und immer größere Solarkraftprojekte gefördert. Die Regierung hat, um eine unzumutbare Preisanhebung zu vermeiden, Maßnahmen ergriffen, die gleichzeitig dafür sorgen sollen, dass nicht, wie zu vermuten, die Energieleistung so hoch getrieben wird, dass die vorhandene Energie nicht mehr verbraucht werden kann oder die Leitungsnetze diese Energiemenge nicht mehr verkraften könnten. Die ergriffenen Maßnahmen sehen vor, dass Photovoltaikanlagen auf Dächern oder Wänden nur noch bis 30KW gefördert werden. Außerdem müssen sogenannte Inselsysteme bis Ende 2011 ans Netz angeschlossen worden sein, um noch förderfähig zu sein, die Einspeisetarife sind gesenkt worden und es wurde eine zusätzliche Steuer eingeführt, die bestimmte größere Anlagen betrifft.
Es wird erwartet, dass in Tschechien erneuerbare Energien weiterhin auf dem Vormarsch bleiben. Die Planungen sehen dies in jedem Fall vor. Um die EU-Ziele zu erreichen, muss noch einiges getan werden und derzeit wird damit gerechnet, dass Biomasse der nächste große Pfeiler Tschechiens zur Versorgung aus erneuerbaren Energien werden wird.